Montag, 22. Jänner 2007

Lena und Gertraud


Meine Freunde in Venezuela:
Lena (links) aus Goettingen, meine Kollegin, die immer lacht und froehlich ist und hier mit ihrem venezolanischen Freund Domingo lebt.
Neben ihr sitzt Gertraud aus Oberoesterreich. Sie arbeitet hier in der Aussenhandelsstelle und is a ganz a Liabe.

Die Wochenenden in Venezuela

Mir scheint, dass das Wetter jetzt schoen langsam waermer wird (Auch hier sagt man, dass in den letzten Jahren wettermaessing nichts mehr stimmt)...so habe ich mit Manuela and Lena (Kolleginnen) einen wunderschoenen Samstag im Park bei strahlendem Sonnenschein verbracht. Chavez hat die Parks fuer alle geoeffnet und so muss man keinen Eintritt zahlen und kann sich auch die Tiere (Krokodile, Affen, Anakondas) anschauen. Dann sind wir im schoenen Stadtteil Altamira herumspaziert und am Schluss waren wir auch noch in einem richtigen Supermarkt...ich sags Euch, ich war soooo gluecklich, denn endlich war es einer der gut sortiert ist und wo es alles gibt (bis auf Zucker). Ganz viel Gemuese und Obst und auch Schokolade, etc. (sonst ist die hier ja ned wirklich zu bekommen und das Obst halb verfault...).

Abends war ich dann auf Drazens Geburtstagsfeier. Er hat eine richtig tolle riesige Wohnung, von der er einen wunderschoenen Blick auf all die Lichter in Caracas hat. Um 5 Uhr morgens sind wir dann recht bedient aufgeborchen und wollten nach Hause fahren, aber da sind uns noch Hotdogs, ein paar Bier und Cachapa (suesse Maisfladen mit salzigem Kaese) dazwischengekommen...don¨t drink and drive gibt es hier halt ned...
Taxis bekommt man ausserdem auch schwer und wenn, dann sagen sie einem, dass sie nicht da rauf in die Nobelviertel fahren, weil dort ja jeder ein Auto hat und man keine Fahrgaestet findet etc.
Um 21 h konnte ich auch kein Taxi bestellen, weil sie einfach nicht abheben oder ned kommen wollen...soviel dazu, dass ich hier oben im Vogelkaefig lebe...aber mit Glueck findet man dann Freunde, die einen abholen und heimbringen.

Heute (So) war ich dann mit Gudrun im groessten Einkaufszentrum Lateinamerikas, dem Sambil, weil ich ja nur Badeschlapfen und Trekkingschuhe mitgenommen hab und endlich normale Schuhe gebraucht habe. Da hab ich mir dann auch eine heisse Schokolade gegoennt und war ganz erstaunt, als ich Schokosauce bekommen hab...bis mir Gudrun erklaert hat, dass das hier so ist und man keinen Kakao bekommt...hab ca 1/16 trinken koennen, dann hat es mir den Mund scho fast verklebt...ich habs aber lustig gefunden.

Bussl aus dem endlich sonnigeren Caracas,
Anita

Samstag, 20. Jänner 2007

Fehler...

Schreibe meine Posts immer am Abend, wo ich scho mued vom Computer bin...seh grad, dass da immer wieder Fehler drinnen sind...OOPS...
Das zweite Foto von unten wo man die vielen Häuser sieht ist uebrigens ned von meinem Fenster aus gemacht worden, sondern vom Avila herunter in Richtung Buero/Wohnung...aber es schaut ja alles gleich aus....
Das oberste Foto wurde aber vom Fenster aus gemacht und trennt mich von der Karibik

Komische Sachen in Venezuela

Hier in Venezuela ist ja vieles anders, aber ein paar Dinge sind sehr komisch:
In der Zeit von Weihnachten bis 15.1. arbeitet hier fast niemand, d.h. auch die meisten Unternehmen tun nix...daher wird man beispielsweise auch davor gewarnt Fleisch zu essen, weil das schon recht alt sein koennte, etc.
Seit jetzt wirklich alle wieder zurueck sind braucht meine Freundin Lena z.B eine Stunde laenger in die Arbeit, weil immer mehrere 100 Leute in den Bus wollen...hier muss man sich übrigens für alles anstellen. Die lieben Schlangen machen, beim Einsteigen in den Bus, beim Parkticket zahlen, vorm Kiosk, für die U-Bahn (da haben sie Pfeile wer wo stehen muss und wer wo rauskommen muss), etc.
Zu der Zeit sind auch die Geschaefte leer und man findet vieles gar nicht (Schuhgeschaefte haben dann so ca. 20 Schuhe in verschiedenen Grössen). Zucker gibt es z.B seit Dezember nicht mehr...aber man lebt auch ganz gut ohne...mittlerweile kann man ihn angeblich teilweise schon wieder bekommen (is ja fast wie im Krieg...auch der Schwarzmarkt blueht gigantisch, die Inflation des Bolivar ist arg...).

Der Chavez hat auch seine woechentliche Radiosendung...letztes WE war sie ueber 3 Stunden lang (auf jedem Sender den ich finden konnte...). Der redet dann wirres Zeug über Atombomben und seinen Iranischen Freund und fuehrt sich auf wie in der Schule. Gestern war er auch wieder stundenlang im Radio (weiss aber ned ob das eine Wiederholung war). Da hat er offensichtlich vor Publikum gesprochen. Sagt so Sachen wie: Kollege, sie haben hier nicht zu stoeren, hier regiere ich!!!!! Dann wollte sich offensichtlich ein anderer aus dem Saal stehlen, worauf er geschrien hat, dass das so nicht geht und das das die Menschen sind, die sein Land ruinieren. Dann wollten auch noch andere gehen und da is er ausgezuckt und hat gemeint, das es mit der Haltung ned geht und überhaupt Blabla....nachtragend is er anscheinend auch, denn das hat er die naechste halbe Stunde immer wieder erwaehnt...bis ich mir meinen MP3-Player geholt habe, weil ich es nicht mehr ertragen wollte...

Eine andere Sache ist (auch laut vieler Venezulaner), dass das Oel die Menschen verdorben hat. Viele leben noch immer von den Ueberresten aus der guten, alten Zeit und haben Wohnungen mit Moebeln, da haut es einen um, so schoen!!! Dort sieht man auch wo in der ganzen Welt sie schon ueberall waren...frueher sind naemlich die Putzfrauen zum Shopping nach Miami geflogen, so reich waren die Menschen hier. Jetzt meinen sie aber immer noch, dass ihnen alles in den A... geschoben wird...Von Service habe sie hier auch noch ned wirklich etwas gehoert.
Immobilienheinis sagen Dir zB dass sie dich sicher ned anrufen, weil das ja Geld kostet und dass du sie ja alle paar Stunden anrufen kannst, um zu erfahren, ob du jetzt die Wohnung anschauen koenntest....Provision zahlt man aber natuerlich schon...fragt sich nur wofuer.
Hier haben eigentlich alle nur Wertkartenhandys (wobei sie im Buero ja ein normales Telefon haetten), aber da Chavez am Immobilienbau auch eingeschraenkt hat, herrscht Wohnungsknappheit, daher sagen sich die, dass sie eh irgendwen finden, der in das Zimmer zieht...und so sprechen sie auch mit dir...

Okay, vielleicht gibt das ein bisserl Einblick in mein Leben hier...das soll aber natuerlich absolut ned bedeuten, dass es mir hier nicht gefaellt!

Hoffe es geht Euch allen gut.
Danke fuer Eure emails und sms, ich freu mich immer sehr, denn so weiss ich, dass ich ned aus den Augen und aus dem Sinn bin...
Anita

Donnerstag, 18. Jänner 2007

Der Avila


Das ist der Avila, unser Hausberg. Manchmal mit viel Nebel und dann ploetzlich wieder mit viel Sonne...an den Fotos sieht man aber, dass es hier nicht immer warm ist...sondern auch sehr oft trueb. Trotzdem ein schoener Anblick, wenn man morgends aufsteht und aus dem Fenster schaut...dieser luxus wird mir aber wohl nicht mehr lange vergoennt sein, weil ich bald aus dem Anexo raus muss, um mir eine eigene Wohnung zu suchen.

Colonia Tovar


So sieht es im Dorf der Deutschen aus...ca. 60 km von Caracas entfernt, wofuer man aber schon seine 3 Stunden braucht. Das Deutsch das dort gesprochen wird is sehr komisch...die meisten Leute kommen aus dem Schwarzwald, aber sprechen veraltetes Deutsch...klingen fast wie die Vorarlberger und sagen z.B. "schleifen" statt "schifahren", etc.
Dafuer gibt es hier Sauerkraut und richtige Wuerstel und Stelzen....


Das ist der Blick aus meinem Fenster raus auf Caracas und den Berg (Avila) der mich von der Karibik trennt.